Wie ich den Vulkan erklomm…

September 2016

Im September hab ich mich dazu hinreißen lassen eine 2-tägige Vulkantour auf den Telica zu machen. Freunde von mir – Armon, Anni und Carina – wollten gerne die Tour machen. Da hab ich mich schnell dran gehängt, obwohl ich die Tage vorher mit einer Grippe im Bett gelegen hatte.

Am nächsten Tag gings schon los. Um 7 Uhr früh trafen wir uns bei Quetzaltrekkers Tours zum Frühstück. Unsere großen Rucksäcke wurden gefüllt mit Essen, Schlafmatten, Zelten, Kochutensilien und für jeden 8 Liter Wasser. Mein Rucksack hatte insgesamt um die 16kg, das war ganz schön heavy. Wir spazierten erst mal eine halbe Stunde zum Busbahnhof, dann gings mit dem öffentlichen Bus nach San Jacinto und seinen wohlriechenden blubbernden Schlammlöchern. Nochmal Schuhbänder gecheckt, den noch recht schmerzfreien Body mit Sonnencreme und Moskitospray eingeölt, alle Schnüre des Rucksacks festgesurrt und schon konnte es losgehen. Durch Felder und über Hügel, mal im Schatten, mal in der prallen Sonne, wanderten wir auf den Vulkan zu. Die Landschaft war wirklich wunderschön und erstrahlte in sattem Grün.

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Nach ca. 3 Stunden begann das steile Wanderstück, das mir die letzte Kraft raubte. Ca. 1,5 Std. gings ziemlich steil bergauf. Der Rucksack wurde immer schwerer und schwerer und ich hatte manchmal echt das Gefühl bald hintenüber zu fallen. Carina, die Leiterin der Agentur, gab mir Gott sei Dank so viel Zeit wie ich brauchte und so bildeten wir zusammen mit einem weiteren Mädl das Schlusslicht. Zwischendrin fragte ich mich wiedermal, warum ich denn auch immer wieder solche Sachen machen musste und unbedingt auf diesen Vulkan rauf wollte. Wo es doch schließlich eine Sonnenuntergangstour gab, wo man gemütlich mit dem Auto hinkutschiert wurde und nur ein kleines Stück zu gehen hatte… Aber nun war ich schon mittendrin, und wenn ich zwischen dem Keuchen und Schnaufen und Ächzen mal aufblickte sah ich wunderschöne Natur und weitläufige Ausblicke.

Nach dem steilen Stück durften wir endlich richtig Pause machen und wurden von unseren lieben Tourguides mit einer leckeren Jause mit frischem französischem Baguette verwöhnt.

Danach gings nochmal ca. eine halbe Stunde relativ entspannt zum Basislager. Allerdings war ich da schon ziemlich geschafft und an meinen Füßen hatten es sich die ersten Blasen gemütlich gemacht. Im Basislager, das aus einem Betonbau mit Dach, aber ohne Fensterglas bestand luden wir erstmal unsere schweren Rucksäcke ab, bevor wir uns erneut auf machten: es war Zeit den Gipfel zu erklimmen bzw. das Vulkanloch. Also wieder losgehatscht. Einfach nicht nachdenken, war meine Devise. Einen Fuß nach den anderen setzen. Nicht dran denken, dass jeder Schritt schmerzt, die Blasen schon fast blutig gerubbelt sind, die Schultern spannen und die Schenken brennen. Einfach weiter laufen. Und Fotos machen. Natürlich Fotos machen. Und Aussicht genießen.

Oben angekommen konnte man die Vulkankette mit den Vulkanen San Cristóbal, Cerro Negro, Momotombo und dem Las Pilas-El Hoyo Komplex bewundern.

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Rechtzeitig zum Sonnenuntergang machten wir es uns neben dem Krater gemütlich. Wunderschönes Licht in allen möglichen Pink, Lila, Orange und Rottönen umschloss uns. Es war unbeschreiblich schön und ich weiß gar nicht ob die Fotos der Realität gerecht werden. Vergessen war der Schmerz und die Anstrengungen der letzten Stunden. Einfach nur staunen, wie wunderschön die Welt ist.

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Plötzlich tauchte hinter uns Nebel auf und innerhalb von 1 Minute waren wir von dem Dunst verschlungen. Wir konnten nur noch einige Meter weit sehen und machten uns schleunigst auf den Rückweg über das Feld neben dem Krater.

Anschließend besuchten wir auch noch den Krater, in dem man sonst auch häufig Lava sprudeln sehen kann, wenn sich der Nebel und der Rauch ein wenig lichten. Im Dunkeln gings dann im Regen wieder retour zum Basislager, durch eine Nebelwand hindurch.

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Im Lager gabs dann Spaghetti zur Stärkung und anschließend schmolzen wir Marshmallows im Lagerfeuer.

Eigentlich wäre so eine 5-6 Stunden Wanderung gar nicht so viel. Aber ich vermute durch meine vorherige Erkältung, meine fehlende Kondition und dem 16kg Rucksack war ich einfach wirklich total erledigt und teilweise fast überfordert. Die Nacht war kurz, aber dafür auch schlecht. An viel Schlaf war nicht zu denken und die dünnen Matratzen ließen einen jeden noch so kleinen Stein im Rücken spüren. Ich wusste gar nicht mehr, wie ich mich noch verdrehen sollte, um meinem schmerzenden Körper wenigstens ein bisschen Erholung zukommen lassen zu können.

In der Früh wurden wir noch vor Sonnenaufgang geweckt. Die, die Lust hatten, marschierten nochmal zum Krater hinauf, um von dort aus die Sonne zu begrüßen. Irgendwie konnte ich mich aber nicht so richtig dazu motivieren und mein Körper war sowieso echt am Limit. Also drehte ich mich nochmal um und machte es mir auf dem Steinboden so gemütlich wie möglich. Also gar nicht…

Nach einem leckeren Frühstück machten wir uns wieder auf den Rückweg. Der Rucksack war schon um einiges leichter, da die Wasserreserven und das Essen langsam aufgebraucht waren. Wir spazierten in einem riesigen trockenen Flussbett, durch märchenhafte Wälder und grüne Wiesen. Wunderschön.

Mit dem Bus gings wieder retour nach Leon und dann zu Fuß zurück zur Agentur. Wir wurden noch zum Comedor zum Mittagessen eingeladen und dann gings auch schon wieder heim in die Casa abierta. Wo ich mich für eine Stunde in den Pool legte, um meinen armen geschundenen Body etwas Erholung zukommen zu lassen…

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Nicaragua Teil II – Und wenn sie noch nicht gestorben ist, dann pflastert sie noch heute…

29.August – 24.Oktober 2016

Nun wird’s Zeit euch von meinem zweiten Besuch in Nicaragua zu erzählen.

Vor meiner Abreise nach Mexiko hatte ich bereits für 3 Wochen in einem Hostel gearbeitet. Normalerweise gegen Kost und Logie, da ich jedoch mein Zimmer bei Dulce und die damit verbundene Privatsphäre sehr schätzte entschloss ich mich mir den Luxus weiterhin zu gönnen und „nur so“ in der Casa abierta zu arbeiten. Das Hostel kannte ich schon seit Beginn meiner Zeit an, da wir öfters den Pool dort besuchten und uns die Sonne auf den Bauch scheinen ließen, Frappuccinos schlürften und Schokobombe schmatzten. Hier gab es auch ein Restaurant und wunderschöne Hotelzimmer, Dormräume, einen Garten und Samstags einen Markt. Alles selbstgemacht von einer Familie aus Belgien, die bereits schon seit 10 Jahren in Leon lebt. Sie hatten bereits mehrere erfolgreiche Restaurants und Cafes in den vergangenen Jahren. Nun war die Casa abierta seit 2 Jahren ihr neuer Liebling.

 

In der gesamten Anlage sind viele kleine Recycling Kunstwerke verstreut. Als Gläser werden beispielsweise nur abgeschnittene Weinflaschen verwendet. Plastikflaschen dienen als Kräutergärten und Mülleimer. An den Wänden finden sich wunderschöne Mandalas und Malerein wieder. Sämtliche Betten, Liegen und Kästen werden aus Paletten hergestellt.

 

Während unseren Chilltagen am Pool war mir aufgefallen, dass immer wieder junge Leute an kleinen kreativen oder Recycling Projekten arbeiteten. Da wurde ich natürlich neugierig und fand heraus, dass das Hostel „Volunteers“ über workaway.info suchte, eine Website wo von z.B. Hostels oder Privatpersonen kleine Jobs gegen Kost und Logie ausgeschrieben werden. Nach einigem hin und herüberlegen und Reisepläne abschätzen entschied ich mich also auch in dem Hostel zu arbeiten, da ich ja sowieso immer neugierig auf Menschen bin und gerne Neues lerne. Und dabei wars mir auch eher egal, dass ich weder mit Essen noch mit Unterkunft entlohnt wurde, denn dies wäre damit verbunden gewesen mit der Familie mit 3 Kindern und allen Volunteeren und sämtlichen Hunden und Katzen in deren Haus zu wohnen, das etwa 15min Fußweg vom Stadtzentrum entfernt war. Aber ich war so zufrieden und glücklich in Dulces Haus, dass ich dies erstmal in Kauf nahm und es genoss einen Ort zu haben, an dem ich meine kreativen Projekte verwirklichen konnte. Die ersten Tage verbrachte ich mit Geräteschuppen aufräumen, fürs Restaurant einkaufen, Steinwege im Garten legen und anderen Kleinigkeiten. Dann entdeckte ich auf der Liste für Volunteersprojekte plötzlich das Wort „Mosaic“. Hmmmm… das klang doch vielversprechend. Zwar hatte ich so gut wie keine Erfahrung damit, aber kann man ja alles lernen. Laurence und Xavier, die belgischen Besitzer des Hostels, zeigten mir die Wand, an der sie sich ein Mosaik wünschten. Hier würden die Duschen für die Dormgäste (Mehrbettzimmer) hingebaut werden. Also machte ich mich ans Entwürfe zeichnen, alte Fließen und Weinflaschen zerschlagen, CDs zerbrechen, Steine, Flaschendeckel und Muscheln sammeln. Sie entschieden sich für die Unterwasserskizze und so malte ich den Entwurf an die Wand. Zu dem Zeitpunkt war noch eine Volunteer dort, die mir in den ersten Tagen half. Später noch eine zweite, doch die zweite Woche war ich dann alleine mit der großen Wand und den vielen Scherben. Und da wir leider alle nicht so recht Erfahrung mit solchen Projekten hatten war es erst mal „learning by doing… and screaming…and stamping the foot on the floor… and throwing things around… and going crazy…“ Es dauerte einige Zeit bis wir den Dreh raus hatten. Die ersten Tage waren zum Verzweifeln und wir hatten einige Herausforderungen zu meistern. Beispielsweise hatte Xavier uns einen „Maschendrohtzaon“ an die Wand genagelt, um dem Mosaik Halt zu geben. Jedoch war dieser nur an ein paar Stellen fixiert und so plumpste der schwere Zement einfach hinter dem Geflecht wieder zu Boden. Auch dauerte es einige Versuche an, bis wir die richtige Zusammensetzung des Zements entdeckten. Denn zu Beginn mischten unsere „Helfer“ vom Hostel so viel Erde hinein, dass das ganze eine viel zu trockene Masse bildete, die weder an der Wand kleben blieb noch die Fliesenstücke behaltete, die wir hineindrückten… Außerdem stand kaum Geld zu Verfügung, und so waren wir nur mit grobem Werkzeug und Holztafeln bewaffnet.

Nach dem Eindrücken der kleinen Teile musste erstmal ein wenig abgewartet werden, bevor ich mich dann ans „verputzen“ machen konnte. Hierbei hab ich einfach noch eine Schicht Zement über alles drüber geschmiert und alles so gut wie möglich in den Fugen versenkt. Dann hieß es wieder ein wenig warten und alle Flächen von neuem putzen. War gar nicht so einfach, das richtige Zeitfenster zu erwischen, da der Zement ziemlich schnell hart und hartnäckig werden konnte. Wenn ich allerdings zu voreilig war, lösten sich auch die Teile wieder aus der Wand…

Nach einigen Stunden der Verzweiflung fanden wir nach und nach den Dreh heraus und das Projekt begann immer mehr Spaß zu machen. Nach 2 Wochen hatte ich alle Tiere und Pflanzen fertiggestellt. Die nachfolgenden Volunteere kümmerten sich dann um den Hintergrund.

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Nach meiner Mexikoreise und unseren Tagen in Guatemala fuhr ich also mit Ruth retour und machte für ein paar Tage Zwischentstopp in Dulces Haus. Anschließend begann ich wieder in der Casa abierta zu arbeiten. Diesmal wirklich gegen Kost und Logie. Die erste Woche wohnte ich bei der Familie, die inzwischen umgezogen war, in ein Haus ausserhalb der Stadt. Ca. 15min mit dem Taxi. Mit der Zeit durften wir Volunteere jedoch ins Hostel in die Dorms übersiedeln, da gerade Lowseason war und die Betten frei standen. Ich genoss die Zeit in vollen Zügen. Meine Tage waren gefüllt mit Mosaik gestalten, Bastelarbeiten, einkaufen fürs Restaurant, kochen, Kuchen oder Bananenbrot backen, … 2x/Woche besuchte mich meine Spanischlehrerin im Hostel zum Unterricht. Montags und Dienstags ging ich zum Salsa Casino Unterricht in die Casa del cultura. Die restliche Zeit war ausgefüllt mit Freunde treffen, Kaffee trinken, Strand besuchen, tanzen gehen, Vulkane besteigen, Ausflüge machen …

Meine neuen Mosaikprojekte machten mir unheimlich viel Spass, sodass ich manchmal sogar aufs Essen vergaß. Immer mehr Objekte stachen mir ins Auge, die ein Mosaik gut vertragen hätten können. 2 große Blumentöpfe und 3 Wände wurden von mir noch mit Mosaik verpflastert. Und wenn ich noch mehr Zeit gehabt hätte, wären vermutlich noch sämtliche Wände, Zäune, Hausmauern, Böden, Bäume und sonstige Flächen mit Fließenstücken und Muscheln verziert worden. Laurence und Xavier hatten großes Vertrauen (oder vielleicht auch blindes…) und ließen mir völlig freie Hand in der Gestaltung.

Wieder verflog die Zeit wie im Nuh. Zu Beginn hatte ich mir überlegt 2-3 Wochen in Leon zu bleiben und dann nach Kolumbien weiter zu reisen. Doch ich fühlte mich so wohl in meinem kleinen „Zuhause“, dass es mir selbst nach 2 Monaten immer noch schwer fiel mich zu trennen, obwohl doch schon das nächste Abenteuer auf mich wartete: Urlaub in Brasilien mit Ulli & Co.

Hier noch ein paar Fotos meiner Casa-Abierta-Familie:

Guatemala Teil IV: Vulkan Pakaya und nochmal bissl Antigu

Mit dem Shuttle gings ca. 1 Std. lang durch die Landschaft. Die Wanderung in der Gruppe inkl. Führer dauerte ca. 2 Std.

Der Vulkan ist einer der aktivsten der Welt. Hier finden recht häufig Eruptionen statt, allerdings nicht so richtig gefährlich für die Umgebung. Offensichtlich. Denn es wohnen ziemlich viele Menschen hier, auch auf hoher Höhe. Obwohl im Internet von 100en kleinen Explosionen täglich geschrieben wird, bei denen Lavabrocken durch die Luft geschleudert werden. Insgesamt ist der Vulkan 2.550m hoch. Die Tour war mittelmäßig anstrengend und dauerte ca. 1,5Std rauf und dann 1 Std. wieder runter. Während dem Aufstieg wird man von Taxipferden verfolgt, die darauf hoffen, dass unsportliche Touristen wie ich doch noch den Kampf mit den Höhenmetern aufgeben und sich gegen Bezahlung nach oben chauffieren lassen. Aber da konnten sie sich in ihren dicken Pferdehintern beißen, denn so schnell gebe ich dann doch wieder nicht auf.

Zuerst war es ziemlich neblig und teilweise auch richtig kühl. Aber als sich der Nebel verzog war der Ausblick wunderschön. Oben am Krater gibt’s einen kleinen modernen Shop in dem man sich Schmuck aus Lavasteinen kaufen kann. Außerdem wird einem ein Video vom letzten Ausbruch gezeigt, was schon ziemlich beängstigend ist.

In der Mitte des Kraters liegt ein riesiges dampfendes Lavafeld in dem man Marshmallows schmelzen kann.

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Unseren letzten Tag verbrachten wir gemütlich in Antigua, streunten durch die Stadt und versuchten vor dem Regen zu flüchten. Im „Luna de Miel“, ein Restaurant, gibt’s übr. die aufregendsten Crepes in allen möglichen und unmöglichen salzigen und süßen Variationen. Leider hatten wir kaum Bargeld über und so saßen wir in unseren letzten Stunden vor der großen Menükarte und rechneten eine halbe Ewigkeit herum, wie wir wohl aus unseren letzten Quetzales das Meiste rausholen konnten, so dass sich abends auch noch eine gemeinsame Pizza ausgehen würde. Das Geld reichte grade mal für 2 normale Kaffee und einen gemeinsamen simplen Crepe mit Eis aber ohne Specials. Vermutlich hatte der Kellner unsere Notlage erkannt, denn zum Crepe bekamen wir 2 riesige Kugeln Eis und die „normalen“ Kaffees entpuppten sich als Cappucinos. Und das genossen wir dann in vollen Zügen. Zurück in Leon entdeckte ich dann nochmal satte 300 Quetzales in meinem Geheimversteck für Reservegeld, das ich völlig vergessen hatte…

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Am Montag gings dann für uns um 2 Uhr früh zurück nach Leon in Nicaragua. Die Fahrt ging durch El Salvador und Honduras. Mit kurzen Zwischenstopps dauerte die Reise ca. 16Std, die erstaunlich schnell vergingen.

An der Grenze zu Nicaragua wurde uns kurz mulmig. Ruth und ich waren die einzigen Fahrgäste, die auch spanisch verstanden. Und so hörten wir wie der eine Fahrer zum anderen sagte: „Wo ist der 12.Pass?“ „Welcher 12.Pass?“ „Es waren 12 Pässe“ „12 Pässe? Ja wo ist denn dann der 12.Pass?“ „Keine Ahnung wo der 12.Pass ist. Hast du ihn nicht?“ „Nein, ich hab den 12.Pass auch nicht…“ und dann wurde mehrmals die Fahrerkabine unauffällig auf den Kopf gestellt. Insgeheim schickte ich kleine Stoßgebete zum Himmel, dass nicht unsere Pässe irgendwo in einem Hinterzimmer liegen geblieben waren. Und natürlich auch nicht die Pässe der anderen. Aber wenn schon ein Pass, dann doch lieber einer der anderen. Jetzt mal ganz ehrlich. Oder?

Doch im Endeffekt ging alles gut und wir landeten am Montagabend müde aber glücklich wieder in unseren Betten in Dulces Haus.

Guatemala Teil III: Ausflüge nach Chichicastenango & San Juan

Von Panachajel aus buchten wir einen Ausflug nach Chichicastenango, das bekannt ist für seinen wöchentlichen Markt. Ca. 1 Std. geht’s rüttelnd durch die Landschaft. Der Markt ist wirklich riesengroß und sehr eindrücklich. Bunt, lebhaft, gefüllt mit Menschen, Essen und Handelsware in allen Farben, Formen und Größen. Viele der Dinge kannten wir allerdings schon aus den Geschäften von Antigua und mit der Zeit wurde es uns dann ein bisschen viel. Vor allem, da wir ja eh nicht viel mitnehmen konnten. Stellt euch vor: Ich hab doch tatsächlich nur 1 Silberring mit einem schönen Stein gekauft. Es geschehen noch Wunder…

Wenn man allerdings gerne Souvenirs und typische guatemaltekische Handwerksware kaufen möchte hat man hier eine riesen Auswahl.

Die Bilder in diesem Artikel sind leider nicht allzu gut, da sie nur von meinem Handy stammen.

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Randy und David empfohlen uns das kleine Dörfchen San Juan. Hier kann man von Dorfbewohnern recht günstig eine Führung bekommen (um ca. 75 Quetzales, derzeit ca. 9€) und dabei Malern, Weberinnen, Kakaoproduzenten und Gärtnern über die Schultern schauen. Was mir natürlich besonders gut gefällt ist, dass diese Dinge alle handgemacht sind und direkt von den Menschen in diesem Dorf hergestellt werden.

In der Weberei erklärten sie uns z.B. auch mit welchen Pflanzen und Gemüsesorten, man die handgezogenen Fäden einfärben kann. Und dass es darauf ankommt, ob man die Pflanzen bei Vollmond oder Neumond erntet oder auch wie lange man die Fäden in der Farbe lässt, um die unterschiedlichsten Farbtöne zu erhalten. Im kleinen Shop ist man dann umgeben von den schönsten Farben und Stoffen. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, dass wir eine kleine Modenschau veranstalteten…

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Am Steg vor unserem Hostel saßen häufig Einheimische. Ich fragte mich, ob sie vielleicht auf Boote warteten oder einfach nur so wegen des schönen Ausblicks sich hier zusammen fanden. Auf jeden Fall saßen einmal einige herausgeputzte Guatemaltekerinnen hübsch aufgereiht im Bootshaus. Natürlich fing das mein Fotografenherz ein. Ich überlegte hin und her, ob ich nicht schnell meine Kamera aus dem Hostelzimmer holen sollte, um diesen Moment festzuhalten. Allerdings warteten wir gerade aufs Boot und wussten nicht genau, wann es kommen würde. Nach einigen Minuten entschloss ich, dass noch viele Boote über diesen See fahren würden, für mich dieser Fotomoment aber einzigartig wäre. Doch ich wusste ja gar nicht, ob die Damen das überhaupt erlauben würden, wenn ich sie fotografieren würde. Also ging ich hin und sagte mit breitem Lächeln auf spanisch: „Ihr Damen schaut so wunderschön aus! Darf ich euch vielleicht fotografieren?!“ Und was kam zur Antwort, todernst und wie aus der Pistole geschossen? „10 Quetzales für jede!“. Aha, soviel zum „die lieben älteren Damen genießen den schönen Ausblick auf den See“. Ich war echt perplex über die taffe, sehr wirtschaftlich denkende Art der Frauen und musste innerlich grinsen. Klar stimmte ich zu, holte meine Kamera und schoss meine Fotos.

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Nach 3 Nächten gings für uns dann retour nach Antigua, denn wir hatten für Samstag eine Tour auf den Vulkan Pakaya gebucht…

 

Guatemala Teil II: Lago de Atitlán

Nach 2 Tagen machten wir uns auf den Weg nach Lago de Atitlán. Der See war uns schon öfters empfohlen worden, und da unsere Zeit leider nicht ausreichte, um weite Sprünge zu machen (wie z.B.: zur Maya Stätte Tikal im Norden oder nach Flores auf der Insel Peten), entschlossen wir uns die nächsten Tage dort zu verbringen. Also fuhren wir mit dem Shuttle nach Panajachel, wo wir auch gleich Bekanntschaft mit 2 deutschen Mädls schlossen. Zu viert checkten wir im Hostel „La Iguana Perdida“ in Santa Cruz ein. Zu deutsch „der verlorene Leguan“ (bzw. so würde ich es übersetzen…). Kann ich auch sehr empfehlen. Liegt wunderschön direkt am See und hat eine besonders familiäre Atmosphäre. Sehr einfach, aber sehr liebevoll gestaltet. Es gibt ein kleines Restaurant, wo man leckeres Frühstück bestellen kann. Und abends wird gemeinsam an großen Tischen gegessen.

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Vom Hostel aus boten sie auch einen Webkurs an, der im Dorf Santa Cruz oben am Berg von Einheimischen gehalten wurde. Da hatten wir natürlich Lust drauf. Und so fuhren wir mit den kleinen Tuktuks den Berg rauf, um dort dann staunend über den gesamten See zu blicken. Dieser ist unglaublich! Er liegt auf über 1.560m Seehöhe und ist ca. 130m² groß. Um ihn herum reihen sich die 3 Vulkane Tolimán, Atitlán und San Pedro. Schon auf dem Hinweg konnten wir immer wieder zwischen den Bäumen einen Blick erhaschen, aber was wir nun sahen verschlug uns den Atem.

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Thomassa, unsere Webkursleiterin, holte uns am Kirchenplatz ab und führte uns in ihr Haus. Wieder waren wir sehr davon berührt, in welch einfachen Verhältnissen die Menschen hier leben.

Sie zeigte uns einige ihrer Handarbeiten und erklärte uns, dass wir einen Gürtel weben würden. Hierzu sollten wir 4 Farben aus ihren Wollknäueln auswählen. Und stellt euch vor! Ich war als erste fertig mit der Auswahl!! Es gibt tatsächlich Menschen, die sich noch schwerer entscheiden können als ich… Unglaublich. Eine ganz neue Erfahrung…

Anschließend legten wir unsere Fäden auf einem Gestell zurecht und wickelten und wickelten und wickelten Runde um Runde. Danach verpackte sie uns in die Webeinrichtung. Verpacken scheint mir das passende Wort, denn man wird wortwörtlich in die Webeinrichtung mit eingespannt und arbeitet mit dem ganzen Körper. Am Anfang wars schwierig, aber spannend. Nach 4 Stunden Kurs wars immer noch schwierig, aber dafür konnte ich mich auch nicht mehr bewegen. Jede Position schmerzte und mit der Zeit wusste ich gar nicht mehr, wie ich mich noch gerade halten konnte. Die Herausforderung bestand darin mit der Hüfte, an der das eine Ende der Webvorrichtung angebracht war, und dem Hauspfosten gegenüber, an dem das andere Ende hing, einen formvollendeten Tanz zu vollführen, in dem Spannung und Entspannung die richtige Dosierung enthielten. Die Hände bewegten mit Hilfe von Holzstücken die Fäden auf und ab und schoben den Webfaden hin und her. Erschwerend kam dazu, dass wir kaum Licht hatten und es auch bereits am dunkel werden war. Und nebenan wurde gekocht. Allerdings wehte zu uns hauptsächlich Rauch herüber. Danach waren wir fix und fertig. Und dabei hatten wir noch nicht mal unsere Werkstücke beenden können. Thomassa übernahm den Rest für uns und brachte die fertigen Gürtel am nächsten Tag ins Hostel.

Für mich wars wieder mal Augen öffnend. Natürlich weiß ich wie viel Arbeit in handgemachten Werkstücken stecken kann. Ich arbeite ja selbst viel mit Handwerk und kreativen Dingen, und weiß wie viele Stunden dabei ins Land ziehen können, bis jedes Detail sitzt und alle Arbeitsgänge abgeschossen sind. Und doch wurde mir hier nochmal bewusst, in welch schwieriger Arbeitsumgebung sich manche Menschen befinden. Sich dies vorzustellen ist eine Sache. Jedoch dies auch mal selbst am eigenen Körper zu spüren eine ganz andere. Der beißende Rauch, die schlechten Lichtverhältnisse, die Körperhaltung, das alles machte uns echt müde. Und gleichzeitig auch darauf aufmerksam Handwerk mehr zu schätzen.

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Die nächsten Tage verbrachten wir damit die Gegend zu erkunden. Man kann hier wunderbar die Berge rauf und runter wandern oder einfach am See entlang spazieren. Überall halten Boote und so ist‘s einfach dann auch wieder zügig retour zu kommen oder einfach in ein anderes Dorf zu fahren.

In Santa Cruz gibt es das schöne Restaurant „Cafe Sabor Cruceno“ mit Handwerksshop im Erdgeschoss. Hier verkaufen Frauen aus dem Dorf ihre handgemachten Schals, Stoffe, Schmuckstücke und Taschen. In wunderschönen Farben und Formen. Auf jedem Preisschild wird der Name der Künstlerin vermerkt.

Und im Restaurant gibt‘s richtig gutes Essen und der Ausblick über den See ist gigantisch.

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Am Abend beim Essen im Hostel lernten wir Randy und David kennen, ein liebes älteres Ehepaar aus den USA, die vor einigen Jahren nach Guatemala zogen. In ihrer Umgebung hatten sie des Alters wegen keine Chancen mehr auf Jobs und als ein befreundeter Schuldirektor ihnen Lehrerstellen in Panachajel anbot sagten sie spontan „Ja“. Sie erzählten uns viel von Guatemala und seinen Sitten und auch Schwierigkeiten. Beispielsweise war Randy sehr darum bemüht Mädchen hier darüber aufzuklären, dass frühe Schwangerschaften (mit 15 Jahren) nicht unbedingt erstrebenswert sind. Sondern, dass es vorher auch erst mal andere Ziele geben kann wie Schule, Ausbildung und Job. Irgendwann griff David dann zur Gitarre und musizierte mit anderen Hostelgästen. So mutig auch in dem Alter in ein ganz neues Land zu ziehen und nochmal neu durchzustarten.

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Guatemala Teil I: Antigua

20. – 29. August 2016

 Am 20. August ging also meine Zeit in Mexiko zu Ende. Nächster Stopp: Guatemala.

Aufregend. Zu Beginn hatte ich ja gar damit gerechnet, dass ich einmal hier landen würde. Guatemala stand nicht auf meiner „Möchte ich-unbedingt-sehen“-Liste. Aber ich bin gleichzeitig auch für alles offen. Und da Guatemala nun mal zwischen Mexiko und Nicaragua liegt, wieso sollte man sich‘s nicht einfach mal anschauen? Noch dazu, wo so viele Leute so davon schwärmen. Also rein ins Fluggi und auf nach Guatemala City.

Dort angekommen wurde ich vom Shuttle Service meines Hostels abgeholt. Der Fahrer erzählte mir sogleich davon wie gefährlich Guatemala City sei. Dass hier ständig Überfälle stattfänden und Leute auch an den Kreuzungen in ihren Autos überfallen werden. Immer wieder ein toller Einstieg in ein neues Land, wenn einem sogleich alle Gräueltaten erzählt werden. Andererseits auch wichtig zu wissen.

Meine Reise ging allerdings sowieso erstmal nach Antigua. Eine kleine hübsche Kolonialstadt am Fuße des Vulkans Agua. Sie hat ungefähr 35.000 Einwohner und ist auch bei Sprachtouristen sehr beliebt, um Spanischkurse zu absolvieren.

Meine Freundin Ruth kam etwas nach mir an und wir bezogen unser süßes kleines Hostel Somos. Sehr zu empfehlen. (Um grade mal 9€/Nacht, wen‘s interessiert).

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Die ersten 2 Tage genossen wir unsere Zeit in Antigua und streiften einfach durch die Stadt. Es gibt hier einen wunderschönen Aussichtpunkt – „Mirador de la Cruz“ – von dem man auf die Stadt hinunter blickt und die Vulkane Agua, Acatenango und Fuego sehen kann.

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Auch das halbverfallene Kapuzinerkonvent „Convento de las Capuchinas“ kann ich echt empfehlen. Da gibt’s aber leider keinen Cappuccino, auch wenn der Name Hoffnungen darauf wecken würde. Aber dafür ist‘s umso schöner anzusehen. Die Ruinen liegen in einem blumigen Garten und geben dem Ganzen einen malerischen Anstrich.

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Außerdem begegnen einem in der Stadt häufig farbenfrohe Prozessionen mit Einheimischen in schönen traditionellen Kleidern. Das fällt hier sowieso auf und ist anders als in den von mir bisher bereisten Ländern: In Guatemala tragen viele Einheimische täglich ihre traditionellen Kleider. Auch viele Jugendliche und Kinder. Das gibt dem Land gleich eine besondere Atmosphäre.

Übr. ist hier McDonalds bekannt für seinen schönen Ausblick. Hier gibt’s einen großen Garten, in dem man ganz gemütlich seinen Doublebigmac-mit-extra-BBQ-Sauce-und-3-fach-Käse-mit-ohne-Salat-dafür-doppelt-so-viel-Pommes-und-einem-extragroßen-McSunday-mit-Karamellschokoerdbeersauce-und-Krokantstreusel mit Blick auf den Vulkan genießen kann, während Kolibris in den wunderschönen Blumen nach Nektar suchen. Natürlich mit extraviel Sonne und doppelter Portion gutem Wetter.

In Antigua gibt’s auch haufenweise kleine Shops mit handgemachten Sachen. Und auch große Shops mit handgemachten Sachen. Da es während unserem Aufenthalt häufiger mal geregnet hat, haben wir uns immer wieder Zuflucht gesucht in den vielen Geschäften und dann auch das eine oder andere Souvenir mitgenommen. Die Regale bogen sich unter wunderschönen Stoffen, Trachten, Perlenarmbändern, Schnitzfiguren, Musikinstrumenten, usw.

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Das Wetter war zu der Zeit ziemlich kühl. Viel Regen und abends teilweise auch so kühl, dass man schon mit Jeans, warmer Jacke und guten Schuhen zu kalt hatte. Sehr anders als Mexiko und Nicaragua. Aber auch klar, denn Antigua liegt auf ca. 1.500m Höhe. Da kanns schon mal etwas kühl werden…

Das kühle Wetter und die vielen wunderschönen handgemachten Sachen animierten uns dazu eigene Perlen und Schmuckzubehör zu besorgen und selbst kreativ zu werden. Also verbrachten wir unsere Abende bastelnd im Bett.

Und wir genossen es in vollen Zügen gemeinsam diese neue Welt entdecken zu können. Alleine Reisen hat seine besonderen Seiten, aber gemeinsames Reisen genauso. Und vor allem, wenn man mit jemanden reist, den man gerne hat und mit dem man diese Begeisterung fürs Neue und Unbekannte teilen kann.

 

 

Mexiko Teil VII: Cozumel

Meine nächste Station war wieder Playa del Carmen. Und von dort aus ging es nach Cozumel, eine Insel, ca. eine ½ Std Fahrt mit der Fähre vom Festland entfernt. Nach meinem Busdesaster in Valadolid hatte ich Glück und erwischte noch die letzte Fähre. In Cozumel angekommen machte ich mich zu Fuß auf den Weg zu meinem Hostel Bed’s Friend. Das klang schon so schön einladend und ich sehnte mich auch wirklich schon nach einem Bett.

Dort angekommen hatte ich das Glück mir das Zimmer mit Margorie aus Kanada teilen zu dürfen. Wir waren uns sofort sympathisch und kamen ganz leicht ins Gespräch. Sie erzählte mir, dass sie sich am nächsten Tag ein Auto ausleihen wollte, um die Insel zu erkunden. Na, das war doch genau das Richtige für mich! Kurzentschlossen schloss ich mich ihr an, zu zweit machte so etwas ja doch viel mehr Spaß. Am nächsten Tag düsten wir mit unserem kleinen Flitzer über die Insel, machten Stopp an einer kleinen Ruinenanlage, bekamen eine interessante Führung, blieben an schönen Stränden stehen und machten schließlich Halt an einer kleinen Hotelanlage mit wunderschönen Strandzugang, wo wir uns die Sonne auf unsere wohlgefüllten Bäuche scheinen ließen.

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Nach einem ausgiebigen Sonnenbad wollten wir noch ein wenig schnorcheln gehen und fuhren dazu ein wenig an der Küste entlang. Wir suchten uns ein nettes Restaurant in einer Bucht aus und schlüpften noch vor Sonnenuntergang ins warme Wasser. Und das war ein wahrhaft überraschendes Erlebnis. Denn wir schnorchelten nur einige Meter vom Steg entfernt und doch begegneten uns die wunderbarsten Tiere. Neben schönen Korallen und vielen kleinen Fischen sahen wir einen Rochen, eine seltene Seeschlange, besondere Seeschnecken und 2 große Hummer. Ausserdem begegnete mir ein angsteinflößender großer Fisch, der Gott sei Dank im letzten Moment doch noch ein anderes Opfer auswählte. Mir ist grade der Name entfallen. Hardigatti, dabei liegts mir auf der Zunge. Leider gibt das Internet nicht viel her, wenn man „großer Fisch“ eingibt. Dabei hab ich versucht die Suche ein wenig einzuschränken und hab noch ein „Meer“ hinzugefügt. Aber nix. Hm, vielleicht kommts später noch…

Auf jeden Fall war der Schnorchelgang sehr beeindruckend. Natürlich hatte ich ihn diesem Moment meine Unterwasserkamera nicht dabei. Eh klar… Margorie war begeisterte Taucherin und kannte sich ziemlich gut aus mit den Tieren. Sie war auch diejenige, die die Seeschlange am Boden entdeckte, von der ich mich so schnell entfernte, wie ich nur konnte. Ich mag Schlagen weder an Land noch im Wasser…

Den nächsten Tag lief ich alleine durch die Stadt.

Für den vorletzten Tag hatte ich mir vorgenommen, nochmal die Unterwasserwelt zu erkunden. Meine bisherigen Tauchgänge waren ja leider von wenig Erfolg gekrönt gewesen, da sich bei mir schon ab 2-3 m Tiefe Ohrenschmerzen einstellen. Laut Onkel Doc ist soweit alles okay, aber leider trau ich mich der Schmerzen wegen nicht tiefer zu gehen. Trotzdem wollte ich es gerne nochmal in aller Ruhe mit einem geduldigen Tauchlehrer probieren. Margorie nahm mich mit in ihre Tauchschule und der liebe Besitzer Steve bot mir an als Schnorchlerin mit an Bord gehen zu dürfen und zwischen den Tauchgängen der anderen einmal das Tauchen zu probieren. Perfekt für mich und so stimmte ich zu. Am nächsten Tag gings also raus aufs Meer mit vielen lieben Leuten. Auch Steves Frau Marie war dabei und hatte ihre kleine 1-jährige Tochter auf dem Arm. Sie war so ungefähr in meinem Alter und erzählte mir von ihrer Geschichte. Dass sie eine schwere Zeit durchgemacht hatte in Kanada nach einem Vorfall. Und deshalb sich aufgemacht hatte, um zu reisen. Und ich glaube ihr erster Stop war hier in Cozumel. Sie lernte Steve kennen, verliebte sich und blieb.

Sie und ich hüpften mit unserer Schnorchelausrüstung ins Wasser, wenn die Taucher bereits weit unter uns in 14m Tiefe den Meeresgrund nach Tieren und Pflanzen absuchten. Es kostete mich einige Überwindung in dieses tiefe Gewässer zu gehen. Obwohl das Wasser glasklar war und ich den Meeresboden deutlich erkennen konnte hatte ich Herzklopfen. Wir erinnern uns? Katha geht nicht in den Rheintalersee, denn da könnte ein Seemonster lauern… Katha geht auch nicht in den Lanser See, denn da gibt’s Riesenkarpfen… Aber ich konnte auch irgendwie nicht widerstehen und so warf ich meine Angst gleich mit über Bord und landete mit einem riesen Platscher im Wasser. Unter mir tummelten sich die Taucher und riesengroße Luftblasen stiegen auf. Wenn ich direkt darüber schwam, konnte ich die Blasen auf meiner Haut spüren.

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Als wir in Strandnähe eine Mittagspause einlegten entdeckte ich ganz in der Nähe einen riesengroßen Seestern mit geschätzten 40cm Durchmesser. Unglaublich schön.

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Der nächste Tag war dann auch schon mein letzter Tag auf der Insel, den ich wieder mal mit packen und sortieren und mich organisieren verbrachte. Eigentlich sind häufige Ortswechsel, verbunden mit ständigem Ein- und Auspacken ja nicht so mein Ding. Aber ab und zu ist‘s auch ganz schön.

Ich zuckelte also wieder mit der Fähre nach Cancun, verbrachte dort noch eine Nacht in einem Hotel, wo ich den Pool für mich alleine hatte, und flog am nächsten Tag weiter nach Guatemala City, wo ich mich mit Ruth endlich wieder treffen würde. Ich hatte mich endlich entschieden und bereits in Valladolid noch den Flug gebucht.

Übrigens: der riesengroße Fisch war ein Barracuda! Jetzt fällts mir wieder ein…

 

 

 

Mexiko Teil VI: Ek Balam und Chichen Itza

Von Valladolid aus war es auch nicht allzu weit zu den Maya Ruinen von Ek Balam. Eine der etwas unbekannteren Anlagen und deshalb auch wenig touristisch. Was durchaus sein Gutes hat. Ich war die erste Besucherin an diesem Tag und schlenderte gemütlich durch den großen Park mit diesen vielen alten wunderschönen Steingebäuden. An vielen sieht man Einkerbungen, Bilder und Symbole. Auch hier gibt’s eine große Pyramide mit ca. 30m, auf die man raufklettern darf. Und da war ich dann auch als erstes oben und hab mich wie die Königin der Welt gefühlt auf diesen uralten wunderbaren Gemäuern mit so viel Geschichte. Ich hatte das Glück, diesen geheimnisvollen Platz eine ganze Weile nur für mich zu haben und versuchte ihn tief in mich aufzunehmen, einzuatmen und nie wieder zu vergessen. Wieder war mir ein atemberaubender Blick über die waldige Landschaft beschert. Einfach großartig.

Nach einer Weile gesellte sich eine mexikanische Familie zu mir, mit der ich ein wenig ins Gespräch kam, nachdem ich angeboten hatte ein Foto von ihnen zu machen. Der Vater war wohl so etwas wie ein Botschafter, soweit ich das mit meinem spärlichen Spanisch verstehen konnte. Jedenfalls war es ihnen wichtig, zu reisen und die Welt mit eigenen Augen zu sehen und kennen zu lernen. Ich kann mich noch gut an die angenehme Ausstrahlung der Familie erinnern.

Nach einer halben Ewigkeit rang ich mich dann doch zum Abstieg durch und bewegte mich Richtung Ausgang. Es begann ziemlich zu regnen und so düste ich mit dem Taxi zurück nach Valladolid, wo ich mich mit einer leckeren typisch mexikanischen Hühnersuppe mit Zitrone aufwärmte.

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Am nächsten Tag machte ich mich auf nach Chichen Itza, einer der bedeutendsten Maya-Stätten mit einer Fläche von über 1.500 Hektar. Ich hatte immer noch nicht genug von diesen wundervollen Steingebilden. Ausserdem wurde Chichen Itza zum Weltkulturerbe ernannt, das konnte ich mir doch nicht entgehen lassen. Also wieder schwupdiwupp in den nächsten Bus und schon gings auf zu diesem wunderschönen alten Gelände.

Es war unglaublich schön und riesengroß. Ich spazierte wieder ohne Führer einfach drauf los. Doch diesmal hätte sich wohl ein Geschichtenerzähler gelohnt. Wenn ich an geführten Gruppen vorbei kam schnappte ich hin und wieder deutsche, englische, italienische oder spanische Wortfetzen auf. Sehr oft vielen die Worte: Spiele, Opfer, Rituale, … Später erzählte mir jemand, dass in Chichen Itza bei sportlichen Spielen der Anführer der Gewinnermannschaft am Ende geopfert wurde und dies eine große Ehre darstellte. Hm, meines Erachtens nicht gerade motivationsfördernd, wenn man bedenkt, dass man sich zuerst abstrappelt, um fit zu werden und in Höchstform zu kommen, dann ein Spiel hinter sich bringt, in dem man alles gibt, um dann am Ende seinen Kopf auf einem Stab aufgespießt wieder zu finden. Ne, nicht so mein Fall…

Zurück zur Anlage: Sie ist sehr weitläufig und die Gebäude liegen wie zufällig hingeworfen im Feld verteilt. Doch natürlich steckt hinter der Aufstellung mehr und wurde vermutlich bis ins Detail durchdacht, um ja alle Energien, Sonneneinstrahlungen, Mondzeichen und Sternenkonstellationen miteinzubeziehen. In der Mitte steht die große Pyramide mit beachtlichen 30m Höhe. Auf die darf man allerdings leider nicht raufklettern. Rundherum gibt es verschiedene Bauwerke, Plätze, Säulen und Steinformationen. Ich war fast 2 Std unterwegs, bis ich alles bewundert und entdeckt hatte.

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Danach gings für mich kurz zurück ins Hotel, um meine Sachen zu holen. Und dann geschwind zum Busbahnhof, um zu meinem nächsten Ziel zu gelangen. Aber wie das mal wieder so ist mit Plänen: Grade dann, wenn man leichten Schrittes über den Asphalt hüpft und sich drüber freut, dass man endlich mal rechtzeitig dran ist und dem Zeitplan folgen kann, grade dann, ja dann fällt einem ein, dass man womöglich seine Jacke und den Geldgürtel (ohne Geld allerdings, denn wer hat schon Geld als Backpacker…) im Hostel auf der Couch liegen gelassen hat. Auf dieser Couch, auf der man sein Gepäck abgestellt hat, um nochmal das Handy zu laden und letzte Recherchen im Internet zu machen. Diese rote Couch, die da so einsam mitten im Hostel steht. Tja, und dann nimmt man sich ein Taxi und düst schnell nochmal zurück ins Hostel und hofft, dass die Sachen noch da sind. Und dann düst man nochmal den ganzen Weg mit dem Taxi bis zum Busbahnhof, und stellt erleichtert fest, dass es noch 5min vor Abfahrt sind. Und grade dann, wenn man glaubt doch noch Glück gehabt zu haben, sagt ein Ticketverkäufer einfach „Nein, geht leider nicht“. Und warum? Weil Tickets nur bis 10min vor Abfahrt verkauft werden. In einem Land, wo Leute nach dem Ja-Wort zur Hochzeit kommen!!!! Pfffff…. Ja, und dann setzt man sich gaaanz ruhig auf eine Bank und wartet völlig entspannt und überhaupt nicht gefrustet 1 Std auf den nächsten Bus…

 

Mexiko Teil V: Valladolid – Merida

Nachdem ich also mein Mausezähnchen am Flughafen abgegeben hatte, setzte ich mich in den nächsten Bus nach Valladolid. Eine kleine Stadt, ca. 3 Std von Cancun Richtung Westen ins Landesinnere der Halbinsel Yucatan. Ich war ein wenig aufgeregt. Schließlich war dies meine erste Fahrt alleine durch Mexiko. Wir erinnern uns an den Satz, den ich zu meinem lieben Herrn Papa sprach, bevor ich ins Flugzeug nach Amerika stieg? „Mach da koane Sorgen, Papa. Isch ja nit so als ob i aloan durch Mexiko reis…“ Tja, irgendwie dann halt doch…

Ich bemühte mich auf der Fahrt wach zu bleiben und durchs Fenster irgendwie die Gepäckentnahme bei jeder Haltestelle zu beobachten. Nicht, dass noch irgendeiner da meinen lieben, wenn auch viel zu schweren Rucksack stehlen würde! Ich meine, weit wäre der Dieb nicht gekommen. Vermutlich wäre er nach 1-2m unter der Last zusammen gebrochen. So gesehen hatte das große Gewicht auch seinen Vorteil. Wenn man mal außen vorlässt, dass ich jedes Mal fast umfalle, wenn ich versuche das Riesending auf meinen Rücken zu hieven. Mit gaaanz viel Schwung klappts dann irgendwie, wenn ich dann auch erstmal ein paar heiße Tanzschritte aufs Parkett lege, damit ich nicht wie ein nasser Sack nach hinten wegkippe…

Mein Rucksack hatte wieder mal 18 kg. Und ich war sooo stolz gewesen, als ich alles aufs Notwendigste reduziert hatte und Dane die aussortierten Sachen in die Hand drückte. Ich versuchte auf so viel wie möglich zu verzichten und ihr mit nach Hause zu geben. Als ich dann am Flughafen voller Vorfreude meinen Rucksack auf die Waage stellte, mit einer gewissen Neugierde und Stolz auf mich selbst, fiel er mir vor Schreck fast auf die Zehen. 18kg!! Ich bin einfach ein hoffnungsloser Fall… Allerdings liegts bei mir weniger an Klamotten, Schmuck und Schuhen, als mehr an den kleinen zusätzlichen Dingen, auf die ich einfach nicht verzichten mag. Wie zb. Spanischunterlagen, Knüpfbänder, Elektronikgeräte mit 100 verschiedenen Kabeln und Ladegeräten, Tagebuch, Notizbuch halbwegs große Medikamentensammlung für jeden Fall…Für eine kurze Reise würde ich diese Sachen nicht einpacken. Aber wenn man so openend unterwegs ist, ists echt schwer drauf zu verzichten.

Nun zum Busfahren in Mexiko: Generell gibt’s da Riesenunterschiede zu Nicaragua. In Mexiko geht man zum Schalter, kauft ein Ticket, bekommt oft sogar einen Platz zugewiesen und dann geht’s los. Die Busse sind mit Air condition ausgestattet und der Standard ist mit österreichischem zu vergleichen. Zumindest in der Gegend, in der ich unterwegs war. In ärmlicheren Gegenden mag dies wieder anders aussehen. Meine Fahrten waren immer sehr gesittet, ruhig und gemütlich. Auch waren nur so viele Personen im Bus, wie es Sitzplätze gab.

Andrea, unsere Bekannte, die wir in Playa del Carmen getroffen hatten, hatte uns allerdings eine eher beängstigende Geschichte erzählt: Sie waren im Bus in Mexiko. Und offensichtlich hatte jemand Schlafmittel in die Air condition im hinteren Teil des Busses eingeschleust, was dazu führte, dass alle außer Gefecht gesetzt waren. Als Andrea nach einigen Stunden mit schwerem Kopf wieder erwachte waren beide DSLR Kameras aus ihrem Rucksack verschwunden. Die Kreditkarten und Pässe hatte sie gut versteckt, die waren Gott sei Dank noch da. Auch ringsherum waren die Leute ausgeraubt worden. Einer Frau war unterwegs aufgefallen, dass etwas nicht stimmte und sie hatte den Busfahrer informiert. Der hatte jedoch nicht darauf reagiert, was darauf schließen lässt, dass er irgendwie in die Sache mit eingebunden war. Und die Polizei stellte dann auch noch einen falschen Bericht aus, was dazu führte, dass die Versicherung den Schaden nicht deckte.

Nach dieser Geschichte ging ich verständlicherweise einigermaßen unentspannt ans Busfahren heran. Ich beschloss keine allzu langen Fahrten zu unternehmen und nur untertags zu fahren. Schließlich hatte ich keine Lust auf ein ähnliches Abenteuer. Ich bekam viele Tipps von Freunden über tolle Orte in Mexiko. Und eines Tages möchte ich diese auch gerne besuchen. Aber für dieses Mal wollte ich lieber in einer Gegend bleiben, in der ich mich als Alleinreisende sicher fühlte.

Also war mein nächstes Ziel Valladolid. Ein kleines nettes Kolonialstädtchen mit vielen bunten Häusern, gutem Essen und einem großen Kloster, an dessen Außenwände abends eine Lichtvorstellung aufgeführt wird.

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Als ich auf die Lichtvorstellung des Klosters wartete wurde ich zufällig Zeugin einer mexikanischen Hochzeit. Ich musste innerlich lachen, denn es bestätigte unser Bild über die Südländer, die viel Temperament zutage legen und auf Pünktlichkeit pfeifen. Bevor die Braut in die Kirche schritt, war sie umgeben von einer schnatternden Schar aus Gästen, die alle auf sie einredeten. Und auch die Braut quasselte aufgeregt mit und organisierte wild gestikulierend. Nicht so wie bei uns, wo man doch meist versucht jedmöglichen Stress von der aufgeregten Braut fernzuhalten, um ihr ruhige Momente vor dem besonderen Augenblick in ihrem Leben zu bescheren. Während der Trauung trafen dann immer mehr Gäste ein. War die Kirche zu Beginn nur leicht besiedelt gewesen, so war sie in den letzten Minuten beinahe voll. Viele Gäste hatten allerdings das Ja-Wort verpasst und waren erst viel später eingetroffen… Sehr spannend, das Ganze.

Von Valladolid aus machte ich einen Tagesausflug nach Merida, ca. 2 Std Busfahrt weiter Richtung Westen. Dort lief ich einfach durch die Stadt und lies mich treiben, schaute mir ein Maskenmuseum an und besuchte den großen Markt.

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Diese Zeiten, an denen ich so mehrere Tage alleine unterwegs bin, bedeuten hin und wieder eine richtige Herausforderung für mich. Dann bin ich auf mich gestellt, habe alle Freiheiten der Welt und kann tun und lassen was ich möchte. Klingt herrlich, oder? Vor allem wenn man Mama von kleinen Kindern ist und tagelang nicht zum duschen kommt, weil die Kleinen nicht eine Minute ohne einen sein können. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht, denn in dieser Zeit ist man auch für alles alleine zuständig und verantwortlich. Und das kann in einem fremden Land, mit fremder Kultur, fremder Sprache und fremden Klima schon mal zur Herausforderung werden. Wenn man einfach keine Ahnung hat wie die Dinge laufen, und sich jede Information einzeln zusammen suchen muss. Und man auch jede Entscheidung und jede Routenplanung und jeden Zeitplan alleine festlegen soll, und doch dabei einfach keine Ahnung hat.

Zusätzlich war ich am überlegen, ob ich mir lieber noch mehr von Mexiko ansehen, oder mich lieber mit Ruth in Guatemala treffen sollte. Beides hatte so seine Reize und trotzdem überforderte mich die zeitlich dringende Recherche und Planung und Flugticketsuche und und und …

Au man, immer diese Entscheidungen. Erinnert ihr euch? Ich bin diejenige, die im Restaurant ewig braucht, bis sie in ihren Bauch hineingefühlt hat, um heraus zu finden, wonach ihr heute gerade ist und was sie bestellen soll. Und wenn der Kellner kommt, wird nochmal um 2 min Bedenkzeit erbeten, um nochmal genau hinzuhören, was der Bauch denn nun wirklich gesagt hat. War es Nudeln mit Huhn und Erdnüssen? Oder etwa doch lieber gebratene Glasnudeln mit Huhn und Ananas? Vielleicht doch den Kellner nochmal um 1 min Bedenkzeit bitten? Nur um sicher zu gehen… Und wenn dann endlich bestellt wurde, konnte es passieren, dass mir plötzlich heiß und kalt wurde, da ich bemerkte, dass ich mich fürs Falsche entschieden hatte. Und dann einfach nochmal umbestellte…

Na und dann stellt euch mich vor mit einer Landkarte, einem Reiseführer, dem Internet, 1.000.000 Orten zur Auswahl, 100.000 Hostels, zig Flugangeboten … Vermutlich braucht man da nicht viel Phantasie, um sich vorstellen zu können, dass ich da etwas überfordert bin jedesmal. Viele Dinge lasse ich auch auf mich zukommen und buche meist die notwendigsten Sachen in allerletzter Minute, aber eine gewisse Recherche ist schon ganz wichtig. Nur um ein Bett zu haben für die erste Nacht und vielleicht ein shuttle, das einen dort hinbringt. Und gut ist auch die Gegend ein wenig zu kennen, zu wissen in welchem Stadtteil man sicher ist und gute Anbindung an die Umwelt hat.

Und noch dazu: Natürlich habe ich nicht Unmengen an Geld und versuche auf mein Budget zu achten. Und gleichzeitig möchte ich das Meiste aus meinem Geld machen. Sprich: so günstig, aber sauber, gemütlich, praktisch und perfekt wie möglich in Sachen Unterkünften, Flügen und Ausflügen. Klar, dass man dann nicht das erste Hotel auf booking.com nimmt, sondern erstmal alle 164 Hostels in der Gegend virtuell abklappert und Rückmeldungen von anderen Gästen liest… Klar, bin dann selber Schuld dran, dass ichs mir so kompliziert mache. Aber so ticke ich nunmal und lande dadurch auf oft an schönen, besonderen Orten…